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Le Carnaval de Venise (à Berlin)

André Campras große Ballett-Oper in einer Produktion des
Maison Voltaire

Stellen Sie sich vor, Sie erwachen in Berlin. Sie treten auf die Straße und alles sieht aus wie immer. Nur die Menschen benehmen sich wie vor 300 Jahren. Venezianische Gondeln befahren die Spree, das Gewirr der Kanäle und das Straßenleben verwandeln sich in eine tragikomische Burlesque.

Premiere war am 24.05.2013, 20:00 Uhr
St. Elisabeth-Kirche, Invalidenstr. 3, 10115 Berlin

Vor der Premiere fand eine Werkeinführung durch Prof. Dr. Silke Leopold statt: Venezianischer Karneval am französischen Hof: André Campras Ballettoper
Le Carnaval de Venise

Weitere Aufführungen sind in Planung!

Hier finden Sie die Ankündigung Im Kulturradio vom RBB am 24.05.2013:

Die Inszenierung

Le Carnaval de Venise (à Berlin)
Ein Experiment in der Vergangenheitsform

Stellen Sie sich vor, Sie erwachen in Berlin und treten auf die Straße. Alles sieht so aus wie immer, nur die Menschen benehmen sich wie vor 300 Jahren. Die Gegenwart mit den Instrumenten der Vergangenheit zu beleuchten ist in der bildenden Kunst ein bekanntes Verfahren. Die Leipziger Malerschule von Werner Tübke bis Neo Rauch geht diesen Weg. Auf der Bühne ist diese Vorgehensweise bisher unüblich, aber genauso erfolgsversprechend wie in der Malerei.

Dies gilt insbesondere, wenn man eine theatralische Ausgangssituation hat wie die in „Le Carnaval de Venise“ des Komponisten André Campra und des Dichters und Abenteurers Jean-François Regnard. Das Stück beginnt im kulturell abgeschotteten Paris der späten Regie-rungszeit Ludwigs XIV. und wandert nach Venedig, einem kulturellen Brennpunkt jener Zeit. Berlin entsprach in den Jahren des Kalten Krieges dem abgeschotteten Paris des späten 17. Jahrhunderts und entwickelt sich jetzt wie Venedig vor 300 Jahren. Karneval, als ein Neben- und Übereinander aller möglichen Vergnü-gungen, wurde im damaligen Venedig und wird im heutigen Berlin tendenziell das ganze Jahr über abgehalten. Diese Entwicklung hatte in beiden Städten vergleichbare Katalysatoren:

  • der hausgemachte Exotismus der Wasser- sowie der ehemaligen Mauerstadt
  • das disparate Stadtbild, das zum Durchstreifen einlädt – von Insel zu Insel bzw. von Stadtbezirk zu Stadtbezirk
  • die mit verzockter Frechheit wettgemachte ökonomische Misere
  • das Nebeneinander von großstädtischer Urbanität und verschlafener Quartierskultur, das die seltsamsten Rituale hervorbringt
  • der ungenierte Umgang mit Verfall und Tod, in dessen Zusammenhang Nostalgie als Hochgenuss zelebriert wird
  • die unsentimentale Verbindlichkeit beider Städte: Jeder ist willkommen, aber verschenkt wird nichts

Das Libretto von „Le Carnaval de Venise“ folgt dem schlichten Thema-und-Variationenprinzip der Ballettdramaturgie des 17. Jahrhunderts ergänzt durch eine Rahmenhandlung des Romeo-und-Julia-Sujets. Da die Handlung des Stückes sehr eindeutig ist, kann die Inszenierung vielschichtiger sein. Die szenische Einrich-tung der Opera-Ballet trägt deshalb den Titel „Carnaval de Venise (à Berlin)“. Die Handlung bleibt erhalten und wird mit einfachen szenischen Manipula-tionen ins Berlin von heute übertragen. Ein weiterer dramaturgischer Widerhaken besteht darin, dass sich die Darsteller historischer Spieltechniken des 17. und frühen 18. Jahrhunderts bedienen1. Die Bildkraft der rhetorischen Gestik akademischer Prägung und der mimischen Tier-metaphern der Commedia dell’Arte entschleunigen die Handlung. Das Publikum ist eingeladen, das Berlin von heute als barocken Tagtraum zu erleben. Dem Thema-und-Variationenprinzip des Stückes folgend, ist der Traum ein Kettentraum, bei dem die oben genannten Analogien zwischen venezianischem Karneval im eigentlichen Sinne und dem Berliner Karneval im übertragenen Sinne ins Spiel gebracht werden.
Klaus Abromeit, Mai 2013

Die Musik

Falls Sie die sehr schöne Barockmusik André Camras jetzt gleich hören möchten, finden Sie eine Aufnahme der Ballett-Oper Le Carnaval de Venise hier:
youtube
Eine sehr schöne Ersteinspielung von Hervé Niquet und dem Le Concert Spirituel bei GLOSSAmuisc.com

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Der Ort

Als Aufführungsort wurde die St.-Elisabeth-Kirche (Invalidenstraße, Berlin-Mitte) ausgewählt. Die Schinkelkirche repräsentiert alle Facetten der Aufführung: Verbindung von Altem und Neuem, Fragmentarisches und Wiederaufgebautes. Diese Kirche ist als Raum durch viele hochrangige Veranstaltungen (z.B. Berliner Rede des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler) und durch Kunstprojekte bekannt.

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Die St. Elisabeth-Kirche ist bedingt für Rollstuhlfahrer geeignet.
Es gibt einen Eingang mit einer Rampe.
Hier gelangen Sie zum Grundriss des Aufführungsorts unserer Ballett-Oper.

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Das Ensemble

Regie:

Klaus Abromeit

Bühnenbild:

Alexander Schulz

Musikalische Leitung:

Dr. Kai Schulze-Forster, Daniel Trumbull

Kostüme:

Gregor Marvel

Ausstattung:

Thomas Altkrüger

Requisite:

caz.l

Gesangssolisten:

Isabelle - Amelie Müller
Leonore - Diana Ramirez Motta
Leandre - Nicolas Lartaun
Rodolphe, Plutone - Marcel Raschke
Ordonnateur, Carnaval -Jonas Böhm
Euridice - Martha O'Hara
Minerve, Fortuna - Alessandra Gardini
Chorsolo (weiblich) - Sara Schneyer
Chorsolo (männlich) - Adam Schilling

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